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Mittelfränkische Teichlandschaft umgeben von Feldern und Wald

Projekte der Schwammregion Aisch, Aurach & Zenn im Überblick

← Schwammregion Aisch, Aurach & Zenn

Unsere Projekte tragen dazu bei, den natürlichen Wasserrückhalt zu stärken und die Region widerstandsfähiger gegenüber Starkregen, Hochwasser, Trockenperioden und sommerlicher Dürre zu machen. Durch unterschiedliche Maßnahmen in den Einzugsgebieten von Aisch, Aurach und Zenn wird der Landschaftswasserhaushalt stabilisiert und die Region langfristig klimafit gestaltet.

Erfahren Sie mehr über die einzelnen Maßnahmen entlang von Aisch, Aurach und Zenn

Entwicklung Projektteam und Netzwerkarbeit

Zur erfolgreichen Umsetzung der Maßnahmen einer klimaresilienten Schwammregion wurde im ersten Jahr ein interdisziplinäres Projektteam entwickelt. Ziel ist, aufbauend auf dem bestehenden Netzwerk „Klimaresilienter Landkreis Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim: Gemeinsam zum Ziel“, die verschiedenen Handlungsfelder von der Landschaft bis zur Siedlung gemeinsam zu betrachten, weitere Akteure zu vernetzen und konkrete Maßnahmen aufeinander abzustimmen und umzusetzen.

Dargestellt sind alle Beteiligten an der Schwammregion Aisch, Aurach und Zenn. Zentral plaziert das Planungsbüro Geoteam und die Umsetzungsbegleitung (ILE Neustadt und Land & ILE Aurach-Zenn). Herumplatziert sind alle Behörden, Ämter und Beteiligten, die bei der Projektplanung und Umsetzung mitwirken.Projektteam und Unterstützung Schwammregion Aisch, Aurach und Zenn

Der Kern des Projektteams machen das Ingenieurbüro GeoTeam Gesellschaft für umweltgerechte Land- und Wasserwirtschaft mbH und die beiden Umsetzungsbegleitungen der Allianzen NeuStadt und Land sowie Aurach-Zenn aus. Aufgaben der Umsetzungsbegleitungen sind die Koordination, Organisation, Akteursbeteiligungen und die Kommunikation. Das Ingenieurbüro GeoTeam übernimmt die Konzepterstellung von Maßnahmen, die fachliche Planung, sowie das Umsetzungskonzept. Unterstützung bei der Projektplanung und -umsetzung erhalten sie durch das ALE Mittelfranken, die Stelle Klimaanpassung des Landkreises, das Wasserwirtschaftsamt Ansbach, sowie den vielen weiteren Akteuren (siehe Grafik).

Zwei bereits etablierte Gremien stützen die Akteursbeteiligung und die Kommunikation in der Schwammregion Aisch, Aurach und Zenn: der Schwammrat und der Schwammtisch. Im Schwammrat treffen sich die 14 Bürgermeister und Bürgermeisterinnen der Schwammregion-Kommunen und teilweise die Geschäfts- und Bauamtsleiter gemeinsam mit dem Umsetzungsteam, um Beschlüsse zu treffen und den Projektfahrplan zu besprechen.

Foto_Mitglieder des Gremiums „Schwammrat“Schwammrat

Das Netzwerk der Behörden ALE, WWA, Landkreis (Klimaanpassung, UNB, Streuobst, Wasserrecht), AELF, sowie weitere Akteure wie BBV, LAGn, andere Kommunale Allianzen und Klimaschutzmanager der Stadt Neustadt setzt sich am regelmäßig stattfindenden Schwammtisch mit der Thematik auseinander.

Mitglieder des Gremiums „Schwammtisch“Schwammtisch

Identifizierung Ziele und Handlungsfelder

Im ersten Umsetzungsjahr der Schwammregion Aisch, Aurach und Zenn wurden konkrete Ziele und Handlungsfelder in den einzelnen Bereichen Forst, Flur, Landwirtschaft, Siedlung, sowie Bildung und Vernetzung entwickelt und definiert.

Darstellung der Ziele und Handlungsfelder der Schwammregion in den Bereichen Forst, Flur, Landwirtschaft, Siedlung und BildungZiele und Handlungsfelder der Schwammregion Aisch, Aurach & Zenn

Im Mittelpunkt aller Planungen steht ein integrierter Ansatz: Wälder, landwirtschaftliche Flächen, Gewässer, Siedlungen und Freiräume werden nicht isoliert betrachtet, sondern als zusammenhängendes System. Durch den Rückhalt von Wasser in der Fläche, die Förderung der Versickerung, die Nutzung von Regenwasser sowie eine klimaangepasste Flächenentwicklung soll der Wasserhaushalt langfristig stabilisiert werden. In den kommenden Jahren ist das Ziel, in allen Handlungsfeldern konkrete Maßnahmen zu entwickeln, abzustimmen und umzusetzen.

Ein wesentlicher Bestandteil der Projektarbeit ist, die bereits bestehende Vernetzung von Kommunen, Fachbehörden, Verbänden, Bildungseinrichtungen und der Bevölkerung in der Schwammregion auszubauen. Durch Wissenstransfer, Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und gemeinsame Projekte wird diese klimaresiliente Entwicklung in der Region verstetigt.

Analyse des jeweils kritischsten Hotspots und Umsetzung klimaangepasster Maßnahmen zur Stärkung des Wasserrückhalts in jeder Schwammregion-Kommune

Zur Ermittlung besonders kritischer Bereiche fand in jeder Schwammregion-Kommune eine gemeinsame Ortsbegehung mit Vertreterinnen und Vertretern der Kommune statt. Dabei wurden Bereiche in Flur, Wald und Siedlung identifiziert, in denen insbesondere bei Extremwetterereignissen (wie z.B. Starkregen) besondere Risiken bestehen. Aus den ermittelten Hotspots wurde je Kommune gemeinsam ein Schwerpunkt priorisiert. Für diesen untersucht das Ingenieurbüro GeoTeam das Einzugsgebiet und entwickelt geeignete klimaangepasste Maßnahmen, um den Wasserrückhalt zu stärken und den Hotspot zu entschärfen.

Vier Personen stehen verteilt auf einer sonnigen, mit hohem Gras und Büschen bewachsenen Wiese vor zwei Wohnhäusern
© Theresia Mezereli - Kommunale Allianz NeuStadt und Land
Fünf Personen stehen auf einer Wiese am Waldrand, vier blicken in Richtung eines offenen Feldes, eine Person trägt eine gelbe Warnweste
© Theresia Mezereli - Kommunale Allianz NeuStadt und Land

Um frühzeitig von der Planung in die Umsetzung zu kommen, werden zunächst in drei bis vier Kommunen Pilotmaßnahmen vertieft bearbeitet. Die ersten Maßnahmen sollen möglichst im Herbst 2026 umgesetzt werden und anschließend als übertragbare Praxisbeispiele für weitere Kommunen dienen. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sollen ab 2027 die Umsetzung vergleichbarer Maßnahmen in der gesamten Schwammregion erleichtern und beschleunigen.

Klimaresilienz-Leitfaden für Kommunen und Bauhöfe mit Ampelsystem

Hitze, Trockenheit und Starkregen nehmen zu. Um den Wetterextremen zu begegnen, ist es essenziell, Wasser in der Landschaft zu halten. Viele kleine Maßnahmen an Gewässern, in Siedlungen sowie in Flur und Wald gewinnen an Bedeutung. Kommunen haben hierbei eine Schlüsselfunktion. Um einige Anregungen hinsichtlich Unterhalt und Ausbau zu geben, sind in der vom Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt Ansbach herausgegebenen Handlungsempfehlung, Ideen mit dem Ziel zusammengestellt, mehr Wasser zurückzuhalten und die Gewässer in ökologischer Hinsicht zu verbessern. In diesem Zusammenhang stehen Kommunen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit oft vor der Aufgabe fachliche und rechtliche Entscheidungen zu treffen. Hierbei unterstützt die Handlungsempfehlung mit einem Überblick über Maßnahmen, die frei durchgeführt werden können oder aber mit den Behörden abgestimmt bzw. genehmigt werden müssen. Zur Verdeutlichung dazu dient ein Ampelsystem (grün = unter Beachtung der Hinweise durchführbar | gelb = nur nach Rücksprache und ggf. mit Genehmigung durchführbar | rot = nur mit Genehmigung durchführbar).

Person mit Schutzhelm und Gehörschutz steht am Ufer eines kleinen Gewässers und hebt einen Hammer zum Schlag© Christian Motzek

Essenziell zu beachten ist, dass es für viele Flächen im Zuständigkeitsbereich der Kommunen bereits naturschutz- und artenschutzrechtliche, sowie wasserrechtliche Vorgaben gibt, die vorrangig zu beachten sind. Bei Überlegungen und Planungen von Maßnahmen ist es empfehlenswert vorab zu prüfen, ob bereits Vorgaben, Konzepte oder Genehmigungen für das jeweilige Gebiet vorliegen. Hier wird darum gebeten, frühzeitig Kontakt mit den entsprechenden staatlichen Stellen aufzunehmen. So können Abstimmungen rechtzeitig erfolgen und eine fachgerechte sowie reibungslose Umsetzung sichergestellt werden. Beispiele für naturschutz-, artenschutz- und wasserrechtliche Gebiete sind Trinkwasserschutzgebiete, festgelegte Überschwemmungsgebiete, Fauna-Flora-Habitat Gebiete, Wiesenbrüter-Gebiete, Bachmuschelgewässer, Biotopkartierung (Flachland), FFH Mähwiesen und Vogelschutzgebiete (im BayernAtlas einsehbar).

Die Handlungsempfehlung für mehr Klimaresilienz dient als Grundlage für die Ausarbeitung einzelner Schwammregion-Maßnahmen. Diese kann zum einen in der praktischen Umsetzung angewandt und getestet werden und liefert zum anderen Planungsgrundlagen zur Entschärfung von Kommunen-Hotspots.

Eine digitale Version der Handlungsempfehlung kann hier heruntergeladen werden: Klimaresilienz-Leitfaden für Kommunen und Bauhöfe | Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim

Wasser erleben – Aktionen in Schulen

An Schulen des Landkreises finden regelmäßig „Wasseraktionstage“ statt. Alle Themen rund um das vielfältige Thema Wasser können hier, in Kooperation mit Behörden und Verbänden, spielerisch erarbeitet werden. Diese Plattform nutzt die Schwammregion Aisch, Aurach und Zenn zur Vermittlung Ihrer Themen an die jüngere Generation.

Ein Mitarbeiter des AELF erklärt Schülerinnen und Schülern wie unterschiedlich Regen bei verschiedenen Böden abfließt© Frankens Mehrregion - Klimaanpassung

Wild(obst)wäldchen – Tiny(Food)Forest

Im Landkreis entstehen nach und nach kleine Wild(obst)wälder im Siedlungsbereich, die unter anderem als natürliche Klimaanlagen fungieren. Sie filtern nicht nur die Luft und speichern CO2, sondern sind auch Oasen der Naherholung. Die partizipative Gestaltung erfolgt in Workshops, um möglichst viele Akteure einzubinden. An einem gemeinschaftlich organisierten Pflanzaktionstag erfolgt die Umsetzung. Ein erstes Pilot-Wildobstwäldchen ist in Kooperation mit dem Landkreis am Jobcenter des Landratsamtes in Neustadt a.d. Aisch entstanden.

Mehrere Personen pflanzen Bäume für einen urbanen Wildobstwald in Neustadt an der Aisch© Frankens Mehrregion – Susanne Schwab